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BRILLANTE BRÜCKEN BAUEN

Handbuch / Trainingsbuch für Lebenspartner_innen depressionserkrankter Menschen

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Fertigstellung: Herbst 2019 geplant

Das Hand- und Trainingsbuch richtet sich an Lebenspartner_innen von depressionserkrankten Menschen. Es bildet bestmöglich die realen Trainings des Autors Stephan Brückner mit seiner Klientenschaft ab. Die Lebenspartner_innen fühlen sich mit ihren sehr schwierigen Herausforderungen zumeist sehr verzweifelt und allein gelassen. Und sie arbeiten sich vielfach bis zur Überforderung und Co-Erkrankung am erkrankten Lebensgefährten ab. Deshalb ist es das vorrangige Ziel des Autors, die Widerstandskraft und Handlungsfähigkeit der Lebenspartner_innen zu steigern. Erst in zweiter Linie geht es um konkrete praxiserprobte Handlungsempfehlungen hinsichtlich des erkrankten Partners und dessen Depressionen. Ehefrau Ellen Brückner fungiert mit ihren Erfahrungen aus Sicht der Zielgruppe des Buchs als Gastautorin.

Interview mit dem Autor (aus Juni 2018)

Weitere Informationen

Auszug aus dem Kapitelverzeichnis

(vorübergehende Fassung, Stand 17. September 2018)


Vorwort

  • von Ellen Brückner, Ehefrau des Autors

Vorbereitungen auf das Training

  • Umgang mit dem Buch, wesentliche Voraussetzungen
  • Über die Situation von Lebenspartnern depressionserkrankter Menschen
  • Zielformulierungen & Selbstabgleich
  • Mit Fragebögen / Übungen

Psyche & Persönlichkeit – gar nicht so mysteriös!

  • “Warum ticke ich, wie ich ticke?” – Verständnis über die eigene Persönlichkeit schaffen
  • Was ist Psyche? Was ist unser Ich? Was ist Identität?
  • Wie entsteht unsere Persönlichkeit und was macht sie aus?
  • Kindheitsprägungen, Glaubenssätze, Wesenstypen, Rollenbilder, unterdrückte Bedürfnisse
  • Mit Fragebögen / Übungen

Depression – komplex & kompliziert

  • Was sind Depressionen und was nicht?
  • Ursachen und Symptomatiken
  • Die 1.000 Gesichter der Depression
  • Wie ist das Verhalten meines Partners zu verstehen und zu differenzieren?
  • Fallbeispiel des Autors

Psychisch stärker werden – Wie geht das?

  • Resilienz: Ursachen & Faktoren
  • Mit Übungen / Trainings

Partnerschaft – gar nicht so einfach!

  • Was macht zufriedenstellende Partnerschaften aus?
  • Was sind Beziehungskiller?
  • Liebestypen & Kommunikation
  • Mit Übungen / Trainings

Depression und Partnerschaft – Lösungen für Paare

  • Spezifische Problematiken in Beziehungen während Depressionen
  • Kommunikationsregeln
  • Aussprache
  • verbindliche Vereinbarungen über das Verhalten
  • Fallbeispiele aus der Beratungspraxis des Autors
  • Mit Übungen / Trainings

Ihre Flügel sind nun bereit

  • Schlussbemerkungen
Vorwort (von Ellen Brückner)

(vorübergehende Fassung, Stand 18. September 2018)


Alohahee liebe Leserinnen und Leser.

Im Umgang mit Ihrem depressionserkrankten Partner vollziehen Sie vermutlich seit einiger Zeit wahre „Balanceakte“ und gelangen an Ihre Grenzen. Sie haben sprichwörtlich tausend Fragen und ebenso viele Zweifel und Selbstzweifel.
Als Ehefrau des Autors kenne ich Ihr Leid und Ihre Nöte aus eigener, teilweise bitterlicher Erfahrung über mindestens zwölf Jahre hinweg. Die Verbesserung Ihrer Situation ist mir aufgrund meiner eigenen Vergangenheit ein Herzenswunsch. An einigen Kapiteln habe ich darum als Gastautorin mitgewirkt.
Ich glaube, dass dieses Buch Sie sehr gut dabei unterstützen kann, selbständig mehr Klarheit und Kontrolle über Ihre Lebenssituation zu erlangen und eigenverantwortlich Lösungen zu finden und sie auch tatsächlich umzusetzen. Ein solches Buch hatte ich mir seinerzeit gewünscht.
Als ich dort stand, wo Sie heute stehen, fühlte ich mich über eine lange Zeit regelrecht aufgeschmissen. Hilflos und orientierungslos. Ich litt mit meinem Mann mit und wollte ihm helfen. Doch lange Zeit konnte ich weder einen Zugang zu ihm finden, noch hatte ich gewusst, wie ich mich am besten verhalten solle. Er lehnte es aufgrund seiner immens leistungsorientierten Erziehung trotz mehrerer sehr gefährlicher Schübe über acht Jahre hinweg ab, seinen Zustand Depressionen zu nennen. Und er verweigerte Therapien. Zudem fühlte ich mich zunehmend wie blind und getrieben. Und ich war in großer Sorge um ihn. Über eine lange Zeit hatte ich gar nicht wahrgenommen, wie sehr die Lebensumstände an meinen Kräften zehrten. Denn ich konzentrierte mich auf meinen Partner, dem es sehr lange sehr schlecht ging, und darauf, dass ich ja noch irgendwie funktionieren musste. Ich wurde immer verzweifelter und vernachlässigte mich, meinen Ausgleich, meine sozialen Kontakte und meine Gesundheit stark.
Gleichwohl suchte ich nach externer Hilfe. Mühevoll recherchierte ich alles selbst, wandte mich an Psychologen und Psychiater, an Institutionen und Ämter und las alles, was es zum Thema zu lesen gab. Aber das Ganze blieb irgendwie Stückwerk. Mir fehlte es an einem geordneten Überblick. Zwar erhielt ich manche guten Ratschläge. Doch rückblickend würde ich sagen, dass nicht wirklich auf meine ganz persönliche Situation und meine spezifischen Nöte – eben als Lebenspartnerin eines depressionskranken Menschen – eingegangen, mein Leid und das Maß meiner persönlichen Probleme und Verzweiflung nicht hinreichend ernst genommen und mir gegenüber auch viel verharmlost wurde.
Jedenfalls hatte mir niemand klargemacht, wie groß meine Überforderungen schon längst waren und in welchen Gefahren ich bereits steckte, auch selbst ernsthaft seelisch erkranken zu können. Meine Freunde konnten das alles sowieso nicht verstehen und Selbsthilfegruppen für Partner von Menschen mit Depressionen gab es nicht. Ich nehme an, dass Sie gegenwärtig mehr oder weniger Vergleichbares erleben.

Mein Mann hat sich ab einem gewissen Zeitpunkt sehr stark positiv weiter entwickelt und eine 180 Grad-Wende vollzogen – dank guter Therapien und weil er sich irgendwann überaus konsequent seiner Selbstunterstützung widmen konnte und erhebliche Veränderungen vollzog. Rückblickend betrachten wir seine Erkrankung als eine Wachstumschance – für ihn, für mich und für unsere Beziehung.
Seit einigen Jahren nutzt Stephan seine Erfahrungsexpertise als Selbsthilfe-Trainer, Paarberater und Mediator. Der größte Anteil seiner Klientenschaft besteht aus Lebenspartnern und Angehörigen depressiv erkrankter Menschen, also aus Menschen wie Ihnen, denen er auch sein erstes Buch widmet. Offensichtlich hat Stephan seine Berufung gefunden, indem er seine Menschenliebe mit seinen Fähigkeiten, Talenten und Erfahrungen verbinden kann. Seine Arbeit geht einher mit ausgesprochen guten Erfolgen und Resonanzen bei den Menschen, die er bei ihren Entwicklungsprozessen begleitet. Darüber hinaus engagiert er sich für die öffentliche Aufklärung und die gesellschaftliche Enttabuisierung, für Burnout-Vermeidung in Unternehmen und er wirkt an Kampagnen mit.
Über die Workshops, die mein Mann und ich auf dem Patientenkongress der Stiftung Deutsche Depressionshilfe geleitet haben, oder indem ich auch Klient_innen meines Mannes kennenlernte, bin ich vielen Menschen begegnet, die ebenfalls depressionserkrankte Partner_innen haben und die in ähnlichen Schwierigkeiten steckten, wie ich seinerzeit. So oft sah ich den gleichen niedergeschlagenen und fragenden Blick, an den ich mich noch gut aus meinem früheren Spiegelbild erinnern kann. Und es rührt mich andererseits immer wieder erneut zu Tränen, sobald die Blicke jener Menschen zuversichtlicher werden und sie tatsächlich aus der Stagnation heraus in die Handlung kommen, wenn Sie mit meinem Mann an ihrer Selbststärkung arbeiten.
Das passiert immer dann, sobald sie verstehen, dass sie – anders als sie dachten – eben doch über Möglichkeiten und Methoden verfügen, mit der Situation selbstbestimmt besser fertig zu werden, sich effektiv zu schützen und eigenständig Lösungen zu erarbeiten. Dann wachsen diese Menschen und das kann man förmlich sehen.
Jene herzerfüllenden Momente sind im Übrigen der Grund, warum ich meinen Mann in seinem Buchprojekt sehr bestärkt und auch daran mitgewirkt habe, damit noch viel mehr Menschen fundamental geholfen werden kann. Ich wünsche Ihnen, dass Sie als Leser_innen reichlich von dem vorliegenden Buch profitieren können. Es wird dabei schlussendlich am meisten auf Sie selbst ankommen. Doch auf Ihrem Weg möge Ihnen dieses Trainingsbuch – mit unseren besten Wünschen für Sie – ein hilfreicher Freund, Wegweiser, Motivator und Spiegel sein.

„HANDBUCH! Ich wünsche mir ein Handbuch für diesen ganzen Mist!“ – jammerte ich damals oft in mein Kissen. Und aus heutiger Perspektive kann ich kundtun: Es wäre für mich wahrhaftig enorm nützlich gewesen, wenn es eine Art Handbuch, ganz speziell für Lebenspartner von depressionserkrankten Menschen, gegeben hätte, das mir folgende Fragen beantwortet hätte:

• Wie stark bin ich selbst von der Erkrankung meines Partners betroffen? Wie groß sind die Gefahren massiver Überforderungen und eigener gesundheitlicher Folgen?

• Wie kann ich die Depressionen meines Partners besser verstehen, sein Verhalten effektiver nachvollziehen und geeigneter mit ihm kommunizieren?

• Wie kann ich mich optimal selbst unterstützen und meine psychische Widerstandskraft selbständig stärken?

• Wie schaffe ich es, dass ich nicht in Selbstvorwürfe und emotionale Abhängigkeiten gerate, aber auch keine feindselige Haltung gegenüber meinem Partner einnehme, sondern wir stattdessen möglichst fruchtbare Lösungen erzielen?

• Wie kann ich mich – in ausreichender und ausgewogener Weise – von der Erkrankung und dem Verhalten meines Partners abgrenzen, um mich einerseits zu schützen und andererseits trotzdem mitfühlend mit ihm zu sein? Wie viel Mitgefühl und Verständnis sind gut und wie viel davon schadet meinem Partner eventuell sogar?

• Was macht eine zufriedenstellende Paarbeziehung eigentlich aus – und zwar im Generellen, wie auch im Speziellen hinsichtlich der Erkrankung meines Partners?

• Ist unsere Beziehung überhaupt (schon zuvor) gut genug (gewesen), dass wir das jetzt gemeinsam schaffen können? Wie viel Leid muss ich ertragen und darf ich mich eigentlich trennen?

• Was kann ich von meinem Partner erwarten und was nicht? Was kann bzw. muss aber auch er dazu beitragen, damit wir bestmöglich mit der Lebenssituation zurechtkommen?

• Wie kommen wir trotz der sehr schwierigen Umstände zu beiderseits machbaren Vereinbarungen über Kommunikation und Verhalten?

Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass dieses Buch jene Gesichtspunkte klar und unmissverständlich auf den Punkt gebracht und mich nichtsdestominder mit einem einfühlsamen, annehmbaren und leicht verständlichen Schreibstil angesprochen hätte.

Ein solches Buch liegt meiner Ansicht nach nun vor Ihnen. Im Anschluss an Ihr Training sollten Sie – kurz gesagt – in der Lage sein, …
• die wesentlichen Zusammenhänge und Grundlagen über Psyche und Persönlichkeit und über Depressionen und Partnerschaft besser zu verstehen
• auf Grundlage dessen sich auch selbst besser einzuschätzen und zu schützen, was Ihnen für Ihr gesamtes weiteres Leben nützlich sein dürfte
• und mit Ihrem Partner konstruktiv an seiner Genesung und der Besserung Ihrer gemeinsamen Lebensumstände zu arbeiten.

Ich wünsche Ihnen einen bunten Strauß voll Selbstachtung, voll Mitgefühl für sich und Ihren Partner, und voll Mut, um neue Wege zu gehen.

Ihre Ellen Brückner

Buch-Entstehung im Blog mitverfolgen

Ich dokumentiere Phasen der Buchentstehung in meinem Blog mit Beiträgen und Videos.

Bitte hier anklicken, um die Entstehung des Buches in meinem Blog mitverfolgen

WIE PARTNER HELFEN KÖNNEN

Zeitungs-Interview “Psychische Gesundheit”

 

Bild der Frau, 13. September 2019

Interview mit Ellen & Stephan Brückner über die Probleme und Chancen, die im Kontext von “Depression & Partnerschaft” auftreten. Über die Erkrankung, geeignete Kommunikation und die Genesungsaussichten.

Das Interview in der größten Frauenzeitschrift Europas führte Stefanie Matousch.

Weitere Informationen

Text zum Nachlesen

Depression besiegen –  „Meine Frau ist der Grund, weshalb ich noch da bin”

Stephan Brückner war erfolgreicher Unternehmer
und litt jahrelang unter depressiven Schüben.
Medikamente und Therapien halfen oft nur kurz.
Letztlich heilte er sich mit Hilfe seiner Frau selbst

Einige Monate nach der Hochzeit mit seiner großen Liebe fiel Stephan Brückner von Wolke sieben direkt in ein tiefes Loch. Und hatte keine Ahnung warum: „Ich war komplett antriebslos, nichts ging mehr“, erinnert sich der heute 50-Jährige. „Sogar das Aufstehen war für mich ein ungemeiner Kraftakt.“ Seinen Job konnte er nicht mehr ausführen. Meist schlief er den ganzen Tag. Wenn er wach war, plagten ihn Existenzängste. Für seine Frau Ellen eine sehr schwierige Zeit: „In einem schleichenden Prozess hat Stephan sich stark verändert,“ sagt die IT-Vertriebsmanagerin. Statt aufmerksam und liebevoll war ihr Mann jetzt in sich gekehrt. „Ich fühlte mich wie lebendig tot“, erzählt Brückner. Tatsächlich äußert er sogar Selbstmordgedanken. „Du bist der einzige Grund, wieso ich noch hier bin“, sagt er eines Tages zu Ellen. Eine große Verantwortung, die Stephan Brückner damals auf die Schultern seiner Frau lädt. Sie bittet ihn mehrfach, sich Hilfe zu holen. Doch davon will er nichts wissen – zu schwer wiegt seine Erziehung zum starken Mann und Perfektionisten. Ob Ellen Brückner damals an eine Trennung dachte? „Kein einziges Mal. Ich spürte, dass Stephan wieder gesund wird – und wir gemeinsam an dieser Krise wachsen. “ Monatelang ist Stephan Brückner zu Hause. Irgendwann geht es ihm etwas besser. Er baut sich ein neues berufliches Standbein als Paarberater auf – bis er dann 2008 erneut eine depressive Episode hat. Diesmal ist ein Auslöser erkennbar: Sein Vater erkrankt schwer. Genau wie beim ersten Mal bessert sich seine Verfassung aber ganz von allein nach ein paar Monaten.

Drei Jahre später, sein Vater ist gerade gestorben, folgt der nächste depressive Schub. Doch Stephan Brückner will immer noch nicht wahrhaben, dass er Hilfe braucht. Erst als er 2013 seine schwerste depressive Episode erlebt, macht er endlich eine Therapie, bekommt Medikamente. „Die Gespräche haben mir gutgetan“, sagt er. „Aber mit den Antidepressiva habe ich mich sehr gedämpft gefühlt, wie hinter einem Schleier.“ Mit Einverständnis seines Therapeuten setzt Stephan Brückner die Mittel ab. Von November 2015 bis April 2016 besucht er schließlich eine Tagesklinik. Hier erkennt er, dass seine Depressionen aus anerzogenen Überforderungsmustern resultieren und dass er sich nur selbst heilen kann. „Mit der Unterstützung meiner Frau widmete ich mich in den kommenden zwei Jahren meiner Genesung, als wäre sie mein Hauptberuf,“ erinnert er sich. Stephan Brückner entwickelte in dieser Zeit ein Training zur Resilienzsteigerung – und holte sich so, wie er sagt, ins Leben zurück. Heute bezeichnet er sich als „mental stärker, denn je“. Er weiß genau, worauf er achten muss, damit das auch so bleibt: „Ich höre viel mehr auf meinen Körper und setze mich nicht mehr so sehr unter Druck.“ Der Düsseldorfer arbeitet jetzt als Depressions- und Paarberater (www.st-brueckner.de). Gemeinsam mit Ellen veröffentlicht er demnächst ein Trainingsbuch für Partner von Depressionserkranken. Denn eins weiß Stephan Brückner: „Ohne den Rückhalt meiner Frau hätte ich den Kampf nicht gewonnen!“

 

Hier gibt es Hilfe
Für Betroffene:
www.deutsche-depressionshilfe.de
Für Angehörige:
www.bapk.de,
www.familiencoach-depression.de
Für Kinder:
www.fideo.de/fuer-mich/wenn-eltern-psychisch-krank-sind

In der BILD der FRAU-Telefonsprechstunde stehen die Experten

MANDY ROGALLA,
Psychologin bei der Stiftung
Deutsche Depressionshilfe
Tel.: 0800 / 200 6 200*

und STEPHAN BRÜCKNER,
ehemaliger Betroffener und Coach Tel.: 0800 / 200 7 200*

am Dienstag, 17.September 2019
von 14 bis 17 Uhr für Ihre ganz
persönlichen Fragen zur Verfügung.
*Anrufe sind im Festnetz und mobil kostenlos

BETREIBEN SIE SELBSTFÜRSORGE

Zeitungs-Interview “Familie und Partnerschaft”

 

Kölner Stadtanzeiger, 6. Februar 2018

Interview mit Stephan über die erheblichen Herausforderungen von Lebenspartnern und Familienmitgliedern depressionserkrankter Menschen. Wie können nahestehende Menschen einerseits möglichst optimal helfen, ohne sich andererseits selbst zu gefährden? Wo sind zum Wohle aller Beteiligten eindeutige Abgrenzungen zu setzen? Wie können wir einander besser nachvollziehen, um an einem Strang zu ziehen?

Das Interview mit der größten Kölner Tageszeitung führte Claudia Lehnen.

Weitere Informationen

Text zum Nachlesen

Stephan Brückner (48) erlebte als Kind die schwere körperliche Erkrankung und die Depressionen seiner Mutter mit. Gleichzeitig wurde er väterlicherseits intensiv zum „starken Mann“ erzogen. Als Folge dieser Prägungen konnte er seine eigenen Depressionen über acht Jahre lang nicht zugeben. Obwohl er währenddessen vier sehr schwere Schübe – über je circa sechs Monate – mit suizidalen Absichten erlebte. Doch seit er sich in Therapie befindet und einen fünfmonatigen Aufenthalt in der Psychiatrie absolvierte, kann er mit der Erkrankung besser umgehen. Die Kontrolle seiner Gedanken zwecks Regulierung der Emotionen ist sein wesentlichstes Instrument zur Besserung des Gesundheitszustands geworden. Heute arbeitet der Düsseldorfer mit seinem Projekt „Wachstumschance Depression“ als Depressions- und Selbsthilfe-Berater. Als Erfahrungsexperte begleitet er depressionserkrankte Menschen, aber auch Partner und Angehörige.

Herr Brückner, Sie litten selbst viele Jahre unter Depressionen und beraten heute in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe Betroffene, Partner und Angehörige. Erinnern Sie sich an ein Verhalten Ihrer Frau, das Ihnen damals geholfen hat?

Sie hat mich nicht unter Druck gesetzt. Aber sie hat mir dennoch klar gemacht, dass es so nicht weiter gehen kann. Dass sich mein Zustand, aber auch unsere Beziehung, immer mehr verschlechtern werden, wenn ich nicht zugebe, dass ich eine Depression habe und mich behandeln lasse.

Können Sie heute nachempfinden, wie schwer es für Ihre Frau gewesen sein muss, Ihren Zustand zu ertragen?

Absolut! Totale Überforderung! Depressionen sind eine lebensgefährliche Erkrankung. Aber unsichtbar und für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Außerdem belasten Depressionen enorm die Partnerschaft. Glücklicherweise neigt sie aber nicht zu emotionaler Abhängigkeit, was oft ein erhebliches Problem bei Partnern und Angehörigen darstellt. Und unser Glück war, dass ich nicht sehr häufig aggressiv ihr gegenüber wurde. Aus meiner heutigen Beratungsarbeit weiß ich, dass viele Erkrankte ihrem Partner gegenüber mitunter sehr aggressiv werden können. Irgendwann waren depressionsbedingt alle meine Gefühle weg. Auch meiner Frau gegenüber. Ich verspürte höchstens noch so etwas wie Verantwortung, aber keine Liebe mehr. Das ist sehr hart für einen Partner.

Ist da auch Wut erlaubt?

Die echten Gefühle sollten gezeigt werden, aber ohne Vorwürfe. Oft geht der respektvolle Umgang verloren. Es lässt sich auch nicht alles mit einer Depression entschuldigen. Viele Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, entwickeln narzisstische Züge. Manche demütigen ihren Partner, erpressen ihn emotional, wenn auch oft unbewusst und im Grunde unbeabsichtigt. Das ist für Partner und Angehörige schwer zu ertragen. Und da ist professionelle Unterstützung, sowie Abgrenzung wichtig, weil man ansonsten selbst immer mehr verzweifelt.

Vielen Partnern von Erkrankten fällt aber gerade dieser Abstand schwer, schließlich fühlen sie sich oft in der Verantwortung.

Das ist fraglos schwierig. Aber es gilt rigoros zu erkennen: Sie tragen keine Verantwortung für den Gesundheitszustand des Erkrankten! Und Sie können einen geliebten Menschen nur dann sinnvoll unterstützen, falls er seine Erkrankung einsieht. Und falls er sich selbständig seiner Genesung widmet. Das heißt Psychotherapie, eventuell Medikamente und vor allem heißt das Selbstunterstützung. Und falls Sie beide bereit sind, sich miteinander vollkommen ehrlich auszusprechen und verbindliche und beiderseits tragfähige Vereinbarungen zu Kommunikation und Verhalten zu etablieren. Da zumeist die Situation schon zu verfahren ist, bekommen das Paare und Familien aber meistens nicht alleine hin. Nehmen Sie sich dazu eine professionelle Mediation. Wenn er das alles ablehnt, ist das sein freier Wille. Doch dann können Sie gar nicht helfen. Und wenn Sie sich dann nicht trennen oder zumindest klar abgrenzen, laufen Sie Gefahr, dass sich der Gesundheitszustand und die Beziehungsqualität bei beiden immer weiter verschlechtern. Der Erkrankte muss offen dafür sein, große innere Widerstände anzugehen, weil die zugrundeliegenden Glaubenssätze in aller Regel entscheidend mitverantwortlich für seine psychischen Störungen sind. Das ist ein schwieriger und langer Prozess, an dem Sie übrigens beide wachsen können. Doch wenn er dazu nicht bereit ist, können Sie sich an der Depression des Erkrankten abarbeiten. Bis hin zur totalen Erschöpfung und Co-Erkrankung.

Ist eine Trennung dann der richtige Weg?

Oft kann eine Trennung der einzige Weg sein, selbst gesund zu bleiben. Jedenfalls sollten nicht Mitleid oder emotionale Abhängigkeiten dagegen sprechen. Ich kenne tragische Beispiele solcher Partnerschaften über 20, 30 Jahre. Und meiner Auffassung nach geht es dort oft den Partnern schlechter, als den eigentlich Erkrankten. Passen Sie also gut auf sich auf! Viele Partner verlieren sich selbst! Nehmen Sie daher auch professionelle Hilfe an. Betreiben Sie konsequent Selbstfürsorge! Und wenn Kinder im Spiel sind, sieht die Sache auch nochmal anders aus. Denn den Kindern gegenüber haben Sie unmittelbare Verantwortung. Die müssen sie schützen. Um jeden Preis. Außerdem rate ich in diesem Fall dringend zu einer Begleitung durch einen Kinder- oder Jugendpsychotherapeuten.

Entwickeln die Kinder sonst auch psychische Erkrankungen?

Natürlich nicht zwangsläufig. Aber Kinder sind den Depressionen des erkrankten Elternteils hilf- und wehrlos ausgesetzt. Und Kinder lernen nun einmal von ihren Eltern. So übernehmen sie zuweilen psychisch belastende Glaubenssätze, entwickeln häufig Schuldgefühle und seelische Störungen.

Hilft es dem Partner, wenn ich sage: Ich gehe mit zum Arzt, wir suchen gemeinsam einen Therapeuten?

Partner und Angehörige sind häufig die wichtigsten Menschen im Leben eines Erkrankten. Wenn der Partner offen ist, ist das ein super Angebot, zumal er bei schwererer Erkrankung einfach zu erschöpft ist, sich selbst darum zu kümmern. Ich erlebe aber auch manchmal, dass Partner sich in guter Absicht überfürsorglich und entmündigend verhalten. Sie dürfen einem Erkrankten nicht alles abnehmen! Auch wenn ein Partner krank ist, kann die Beziehung nur funktionieren, wenn sich beide weiter auf Augenhöhe begegnen und nicht der eine in die Elternrolle verfällt und den anderen zum Kind macht. Das gibt es übrigens auch in der umgekehrten Richtung.

Sie meinen, dass der Erkrankte die Vater- oder Mutterrolle übernimmt?

Ja, der Partner wird dadurch in eine emotionale Abhängigkeit gezwungen. Häufig machen Depressionserkrankte dem Partner Schuldvorwürfe, um sich selbst vermeintlich besser zu fühlen und die Selbstverantwortung von sich zu weisen.

Wie gehe ich damit um, wenn der Erkrankte andeutet, sich selbst etwas antun zu wollen?

Suizidandeutungen sollten grundsätzlich unbedingt immer ernst genommen werden! Manchmal werden Trennungswünsche und Suizidgedanken aber auch erst dann geäußert, wenn der andere im Begriff ist, sich besser abzugrenzen. Das ist dann wie ein verzweifelter, letzter Versuch, diese Abhängigkeit und dieses Schuldgefühl wieder herzustellen. Deshalb fragen Sie Ihren Partner: Wie ernst meinst Du das? Im Zweifel müssen Sie für eine Zwangseinweisung sorgen. Das ist möglich, wenn eine Gefährdung für eigenes oder fremdes Leben besteht.

Angenommen der Partner ist einsichtig und begibt sich in Therapie: Auch dann steht dem Paar ja noch ein langer Weg bevor. Welche Tipps haben Sie?

Am wichtigsten sind eine 100% ehrliche Aussprache und verbindliche Verhaltens- und Kommunikationsregeln, die voller gegenseitiger Wertschätzung erfolgen, am besten mit professioneller Hilfe durch einen Mediator, wie mich. An oberster Stelle steht: Gewaltfreie Kommunikation. Sagen Sie: “Ich fühle mich verletzt, wenn du das machst”, statt “Du bist so gemein zu mir”. Das klingt banal, hat aber zur Folge, dass der Partner sich nicht rechtfertigen muss, was häufig in schlimmen Streits ausartet. Er kann stattdessen einfach zuhören. Wer ohne Groll und das Gefühl angegriffen zu werden zuhören kann, versteht häufig auch besser, was im anderen vorgeht. Außerdem: Vereinbaren Sie ein Zeichen als Notfallstopp!

Ein Time-out wie beim Baseball?

Genau! Trotz aller guten Absichten bleiben wir Menschen und jeder kann mal die Fassung verlieren. Wenn die Dinge festgefahren sind, einer aggressiv wird, Sie sich angreifen, beschimpfen – stoppen Sie die Sache mit einem Time-out-Zeichen und vereinbaren Sie, wann genau Sie lösungsorientiert weiterreden wollen.

Menschen, die an Depressionen leiden, sind oft lethargisch und meiden sozialen Kontakt. Was soll der Partner tun: Den anderen zur Grillparty und zum Spazierengehen zwingen? Oder in Ruhe lassen?

Zwingen keinesfalls. Fragen Sie ihn, ob er Sie nur die ersten 200 Meter begleiten mag. Sagen Sie ihm, dass er problemlos die Grillparty schon nach 30 Minuten wieder verlassen kann. Zeigen Sie ihm, dass Sie sich darüber bereits ehrlich freuen würden. Weil Sie verstehen, dass es für ihn schon eine große Leistung ist. So gewinnt er Handlungsspielraum. Und loben Sie jeden kleinen Erfolg. In meinem Fall war es ein Riesenschritt, wenn ich meine Frau bei einem Spaziergang mal nur 200 Meter begleitete und sie dann alleine die große Runde machen ließ. Oder bei einer Grillparty nach 15 Minuten wieder verschwunden bin, weil ich die Menschen nicht ertragen habe. Trotzdem: Irgendwann habe ich begriffen, dass schon diese paar Meter ein Erfolg waren, statt mich zu geißeln, weil ich schon nach 200 Metern versagt hatte.

Wir haben jetzt immer über Partnerschaften geredet. Was ist, wenn derjenige, der erkrankt ist, mir nicht so extrem nahe steht? Wenn es ein Freund ist oder Arbeitskollege?

Sprechen Sie ihn mitfühlend darauf an, dass Sie eine Veränderung wahrnehmen. Bemitleiden Sie den anderen aber nicht. Vermeiden Sie kluge Ratschläge wie: „Reiß dich mal zusammen.“ oder „Lass uns raus, das Wetter ist doch so schön.“ So etwas erleben Erkrankte als ungeheuer leidvoll, weil damit die eigentliche Problematik unverstanden bleibt. Machen Sie sowohl sich als auch ihm klar, dass Sie keine Lösungen haben. Sondern bieten Sie an, dass Sie einfach zum Zuhören da sein können. Wenn Sie das wirklich leisten wollen, ist das eine immens große Hilfe.  

“SO KONTROLLIEREN WIR UNSERE GEFÜHLE!”

Vortrag “Gedanken & Emotionen aktiv beeinflussen”

 

NerdNite, Düsseldorf, 26. Januar 2017

Wir können unsere Gefühle selbständig regulieren, indem wir kontrolliert angemessene Gedanken denken. “Keine einzige Emotion entsteht ohne einen vorherigen Gedanken. Deshalb können wir aktiv mithilfe angemessenen Denkens positiven Einfluss auf unser emotionales Erleben ausüben. Instrumente wie das Training Emotionaler Kompetenzen oder das Metakognitive Training unterstützen uns dabei.” Der Vortrag basiert auf Stephans Hörbuch “Emo-Training” (erhältlich im Shop).

EMO-Training im Shop ansehen

Hier anklicken

Im Shop erfahren Sie mehr zum EMO-Training und können sich eine Hörprobe anhören. Bitte Bild anklicken, um zum Shop weitergeleitet zu werden …

DEPRESSIONEN & UMGANG MIT ERKANKTEN

Interviews für die “Bitte stör’ mich” – Kampagne

 

Kampagne des bayrischen Staatsministeriums für Gesundheit, 10. September 2016

Wie kann man Depressionen erklären und nachvollziehen? Und wie können nahestehende Personen in geeigneter Weise unterstützen? Fragen wie diese beantwortete Stephan im Rahmen zweier Interviews für die „Bitte stör mich“-Kampagne des bayrischen Gesundheitsministeriums. Der Kontakt kam über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe zustande. Die Interviews dienten dem Regisseur Oliver Mohr für seinen (im Nachgang vielfach ausgezeichneten) Kampagnen-Video-Trailer zum besseren Verständnis der Erkrankung „Depression“. Stephan wirkte außerdem an der Textierung des Trailers mit. Die Interviews treffen auf positive Resonanz. Betroffene und Partner & Angehörige äußern, mithilfe der Interviews sowohl die Erkrankung besser verstehen, als auch ein höheres wechselseitiges Verständnis aufbauen zu können.

Weitere Informationen

"Bitte stör mich" - Kampagnen-Trailer (Video hier ansehen!)

MACHBARE LÖSUNGEN FÜR PAARE

Workshop “Aussprache, Kommunikation & Verhalten”

 

Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Leipzig, 26. August 2017

“Depressionen stellen Lebenspartnerschaften auf die Probe. Zumeist wird die Kommunikation verfahren, endet oft in Streits und Kälte. Doch mit einer ehrlichen Aussprache und beiderseits verbindlichen Vereinbarungen können bedeutende Verbesserungen in Kommunikation und Verhalten erzielt werden.” Stephan Brückner hielt diese Präsentation im Rahmen seines Workshops beim Patientenkongress 2017 der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (Schirmherr Harald Schmidt).

 

SOLL ICH ES SAGEN, ODER NICHT?

Workshop “Offenbarung der Erkrankung?”

 

Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Leipzig, 26. August 2017

“Soll ich über meine Erkrankung sprechen?”

Sicher ist es gut, wenn wir unsere Erkrankung annehmen und darüber sprechen. Denn das hilft bei der Genesung. Andererseits sollten wir aufpassen, wem wir wieviel erzählen. Stephan hielt diese Präsentation im Rahmen seines Workshops beim Patientenkongress 2017 der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (Schirmherr Harald Schmidt).

 

DU KANNST DARAN WACHSEN!

Musik-Videos

Musik-Video-Album

 

in Planung / Arbeit

Stephan textet fleißig an seinem Musikvideo-Album. Es wird eine Geschichte erzählen, mit der sich viele Menschen identifizieren können. Eine Geschichte über das Leben, über Kindheitsprägungen, über schlimme Zeiten, über Verluste, über Depressionen. Und über Wege, die Depressionen nachhaltig zu überwinden und persönlich an ihnen zu wachsen. Stephan beabsichtigt zunächst, alle Komponenten selbst herzustellen: Texte, Musik, Sprechgesang, Videos …

(Cover-Bildnachweis: ROverhate, pixabay, CC0 Creative Commons)

Weitere Informationen

Liedtitel des Albums

(vorübergehende Fassung, Stand 21. Dezember 2018)


  1. Irgendwann begann ich (Thema: Selbstliebe, Leben ändern, Persönliches Wachstum); veröffentlicht: 21.12.2018
  2. Was ist es wirklich? (Thema: Kern der Depression, angelernte Überforderungsmuster)
  3. Wie ernst nimmst Du Dich? (Thema: Selbstrespekt, Eigenverantwortung)
  4. Brutal die Luft raus / Alles sinnlos (Thema: Erschöpfung, Überforderung, Sinnlosigkeit)
  5. Kultiviere Deine Muster (nicht abschaffen, sondern profitieren, ohne zu leiden)
  6. Autopilot (Vermeidungsabsichten, Unbewusstheit, Angst)
  7. Auf den Punkt (Wahrheit, Verdrängen, Selbsterkenntnis, Erkenntnis, Realitäten akzeptieren, Eigenverantwortung als Pflicht)
  8. Veränderung in der 3D-Welt (Handlung, Manifestation, Mut,
  9. Als Du Kind warst (Kindheit, Konditionierungen, Erfahrungen, Denkmuster, Verhaltensmuster, Persönlichkeitsentstehung)
  10. Du, mein Selbst, mein Ich (Identitätsgefühl, Seele, Inneres Kind, Wer bin ich, Wer will ich sein)
  11. Aus schwarz wird grau (Thema: Angemessenes Bewerten, Ausgewogenheit, Graubereiche sind in vielerlei Hinsicht nützlich)
  12. Wenn Menschen gehen (Trauer, Tod, Trennung)
  13. Wenn Deine Lieben erkranken (für Lebenspartner & Angehörige, Selbstfürsorge, Abgrenzung, geeignete Hilfe)
  14. Das Leben schlägt den härtesten Haken
  15. Deine große Chance (Depression als Motor für fundamentale Veränderungen, Persönlichkeits-Wachstum, Lebensverbesserung)
  16. Lass Dir Zeit (Geduld & Selbstverzeihlichkeit)
  17. Doch, Du kannst mehr (Motivation mit Substanz)
  18. Ordnung in Deinem Schädel (Training emotionaler Kompetenzen, Metakognition)
  19. Liebe zu Dir (Bedeutung der wahren inneren Zuneigung und interner Hilfsbereitschaft)
  20. Steh auf (Loslegen, in die Tat kommen, Aus den Ruinen)
"Irgendwann begann ich" - Lyrics & Info

Irgendwann begann ich damit, mich und meine Bedürfnisse zu achten, meine Lebensqualität und Zufriedenheit, in die eigenen Hände zu nehmen und mich zu lieben.

Als ich mit alldem begann, habe ich verstanden, dass ich immer zur richtigen Zeit und am richtigen Ort war und bin – von da an wurde ich gelassen. Ich habe meine Biografie aufgearbeitet, meine Wunden geheilt und Frieden mit meiner Vergangenheit geschlossen. Heute weiß ich: Ich vertraue dem Leben!

Als ich mit alldem begann, konnte ich erkennen, dass mein emotionales Leiden ein wertvolles Hinweisschild war, das mir zeigte, wie sehr ich gegen meine eigenen, inneren Bedürfnisse gehandelt hatte. Heute weiß ich: So wurde ich authentisch!

Ich habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen. Stattdessen sah ich, dass alle meine Krisen Chancen zum Wachsen waren. Heute weiß ich: So wurde ich reifer!

Ich habe aufgehört, alles zu zerdenken, mich meiner freien Zeit zu berauben und Luftschlösser der Zukunft zu entwerfen. Heute bin ich ein Mensch der Tat und mache neben allen Lebensnotwendigkeiten das, was mein Herz zum Lachen bringt – auf meine ganz persönliche Art und Weise, in meinem Tempo. Heute weiß ich: Ich schätze mich selbst wert!

Ich habe mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war. Von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen. Und von Allem, das mir Zeit stahl und mich immer wieder hinunterzog – weg von mir selbst. Ich habe gelernt, mich mutig für ein Leben zu entscheiden, das möglichst viel mit mir zu tun hat. Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“, aber heute weiß ich: Ich handele konsequent selbstfürsorglich!

Ich habe aufgehört, immer recht haben zu wollen. Ich habe aufgehört, nach strikten überholten Geboten, nach meinen frühkindlich angelernten Mustern oder in Schuld und Scham zu leben. Ich habe aufgehört, Anderen immer alles recht machen zu wollen. Heute weiß ich: Ich habe mich selbst befreit!

Ich habe aufgehört, Ansprüche und Erwartungen zu hegen. Heute bin ich dankbar für die Gelegenheit meines Seins und für alle Erfahrungen. Heute weiß ich: Ich bin demütig.

Ich habe mich geweigert, meine vergangene Zeit zu bedauern, und mich um meine kommende Zeit zu sorgen. Ich bin immer mehr im Hier und Jetzt. Denn nur dort findet meine Lebendigkeit statt. Heute weiß ich: Ich bin achtsam und bewusst!

Meine Seele warf mir einen Rettungsring zu, um mich aus dem Strudel belastender Gefühle und Ängste zu befreien. Heute weiß ich: Ich bewerte angemessen und ich verfüge über Herzensweisheit.

Konflikte und Probleme fürchte ich nicht mehr, denn ich vertraue darauf, dass ich damit lösungsorientiert umgehen kann. Heute weiß ich: Das ist der Zustand meines Erwachsenen-Ichs, das ist Abgrenzungsfähigkeit, Resilienz und Selbstwirksamkeit.

Heute bin ich mir selbst genug und ich kann mich in wunderbarer Tiefe und Liebe erfahren, im Einklang mit mir – und im Gleichklang mit dem Puls des Lebens. Heute weiß ich: Ich habe mich selbst geheilt!

Und außerdem knallen auch Sterne manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: Das ist das Leben!

Heute weiß ich: Ich liebe mich!


Informationen über den Song:

“Irgendwann begann ich” ist das erste fertig gestellte Musikvideo aus dem Album und es ist auch eines geeignetes Entrée, weil die Lösung vorweggenommen wird. Stephan wurde zu dem Titel inspiriert von Charlie Chaplins beeindruckender Rede zu dessen 70. Geburtstag – insofern ist das fertige Werk auch eine Hommage an Chaplin. Thematisch hat Stephan die Inhalte erweitert um wesentliche Zusammenhänge aus seiner persönlichen Genesung und Persönlichkeitsentwicklung. Gleichzeitig beinhaltet das Gedicht viele Aspekte, die Stephan mit seinen Klient_innen trainiert. Bei der künstlerischen Umsetzung war es ihm aus sprachlicher Perspektive wichtig, dass die Worte nicht zu pathetisch oder heroenhaft wirken, aber nichtsdestominder die Bedeutung seiner Entwicklungsprozesse und seine Zufriedenheit darüber angemessen unterstreichen. Musikalisch empfand Stephan, dass einfache klassische Pianokläge (lizenzfrei aus der Youtube-Audiobibliothek) dem Gedicht einen würdevollen Rahmen geben. Die Videoaufnahmen fanden am Strand von Costa Calma auf Fuerteventura statt, während seines Aufenthalts im Rahmen seiner Manuskripterstellung für sein erstes Buch (Trainingsbuch für Lebenspartner_innen depressionserkrankter Menschen).

DAS EMO-TRAINING

Hörbuch mit praktischer Übung

 

Erhältlich im Shop, Prod.-Jahr 2016

“Wie kontrolliere ich meine Gedanken, um meine Gefühle selbständig zu regulieren?”
15 Minuten theroretische Einweisung, 45 Minuten Übung.

Das EMO-Training entwarf Stephan einst für sein eigenes Resilienztraining. Es ist zudem ein zentrales Element für die Arbeit mit seinen KlientInnen. Es basiert im Wesentlichen auf dem Training Emotionaler Kompetenzen (TEK). Unsere Gedanken sind häufig unangemessen. Dann sitzt das kleine Teufelchen auf unserer Schulter und dramatisiert, verharmlost oder macht uns Vorwürfe. Insbesondere bei den negativen Gedankenschleifen und Grübeleien während mental belastender Ereignisse und Depressionen. Selbstwert und Entscheidungsfähigkeit leiden derunter naturgemäß. Doch wir sind keine Opfer dieses Teufelchens, sondern wir können dem eigenverantwortlich entgegensteuern. Wir können lernen, in einer Position der “distanzierten Wahrnehmung” sprichwörtlich am Ufer des Flusses unserer Gedanken, Emotionen, Bedürfnisse und Handlungsimpulse zu stehen. Und anstatt in diesem Fluss unterzugehen, können wir Kontrolle erlangen über unser persönliches Denken und unser emotionales Erleben.

Das “EMO-Training” im Shop ansehen

erhältlich im Shop zum Download

KLINIK – ERFAHRUNGEN & TIPPS

Erfahrungsbericht aus der Klinik

erhältlich im Shop, 2015

„Wie kann ich das Optimum aus der Klinik ziehen?“
PDF – 31 Seiten (DIN A 4)

Was geht ab in einer psychiatrischen Klinik? Wieviel Weiterentwicklung ist in der Klinik möglich und warum? Wieviel hängt dabei von mir persönlich ab? Was kann ich dort lernen und üben? Mit welcher persönlichen Einstellung komme ich dort weiter? Welche Therapiekonzepte existieren? Wie steht es um den Umgang mit anderen Patienten? Worin liegen die besonderen Chancen des “geschützten Raums”? – Hier berichtet Stephan über seinen fünfmonatigen Aufenthalt in einer Tagesklinik.

“Aha-Erlebnisse” im Shop ansehen

erhältlich im Shop zum Download

PAAR SEIN, ABER WIE?

Hörbuch

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Spieldauer: ca. 70 Minuten, erhältlich im Shop, 2009

“Partnerschaft ist nicht einfach, aber sooo schwierig auch wieder nicht!”

Wie können wir wunderbare Partnerschaften führen? Wer ist der wichtigste Mensch in meinem Leben? Was macht eine zufriedene Beziehung aus? Wie können wir unsere Kommunikation und Konfliktkompetenzen gemeinsam verbessern? Wie können wir uns ehrlich wie die Kinder begegnen? Und worin liegen die besonderen Chancen darin, individuell wie gemeinschaftlich? Das Ehepaar Ellen und Stephan Brückner berichtet aus dem eigenen Leben und aus der Paarberatung.

 

“Paar-Sein, aber wie?” im Shop ansehen

erhältlich im Shop zum Download

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